Als grĂĽne und liberale Partei ist die Frage der Pistenverlängerung fĂĽr viele unserer Mitglieder naturgemäss nicht schwarz-weiss. Die GLP anerkennt die Bedeutung eines verlässlichen und gut vernetzten Flughafens als wichtiger Wirtschaftsfaktor fĂĽr den ganzen Kanton und darĂĽber hinaus. Grundsätzlich wäre es wĂĽnschenswert, wenn die Pistenverlängerung zu mehr PĂĽnktlichkeit und Sicherheit und wie versprochen zu weniger Verstössen gegen die Nachtruhe fĂĽhren wĂĽrde. Â
In diesem Sinne anerkennt die GLP die notwendigen Verbesserungen im Bereich der Sicherheit und der Stabilität des Flugverkehrs. Es braucht allerdings verbindliche Vorgaben im Bereich Verspätungsabbau, Bremsung der Kapazitätssteigerung und Klima. Dazu hat die GLP im Sommer 2023 im Kantonsrat mit einem RĂĽckweisungsantrag gefordert, durch verbindliche flankierende Massnahmen festzulegen, dass die Pistenverlängerungen in erster Linie fĂĽr den Verspätungsabbau genutzt wird und keine Kapazitätserweiterungen vorgenommen werden. Wir bedauern, dass dieser Antrag damals vom Kantonsrat abgelehnt wurde. Â
Ebenso verweisen wir auf den mangelnden vertrauensvollen Dialog mit Bevölkerung und Parlament seitens Flughafen ZĂĽrich AG, welcher es gerade uns als Bezirkspartei einer direktbetroffenen Region erschwert, den Versprechen von Flughafen und Regierungsrat Glauben zu schenken. Denn weder der Regierungsrat noch der Flughafen ZĂĽrich wollten ihre Versprechen, dass es zu keinem Kapazitätsausbau und einer ausgeweiteten Nachtruhe kommen wird, verbindlich festhalten. FĂĽr die GrĂĽnliberalen ist ein bevölkerungsschonender Flughafen jedoch ein zentrales Anliegen, weshalb wir der zur Abstimmung stehenden Vorlage unter diesen Umständen nicht zustimmen können. Â
Der heutige Entscheid entspricht der langjährigen Position der Grünliberalen, dem aktuellen Flughafen-Positionspapier sowie dem Stimmverhalten unserer Kantonsratsfraktion. Die Grünliberalen werden sich – ungeachtet des Abstimmungsergebnisses – weiterhin dafür einsetzen, dass die verbindlichen Nachtruhezeiten eingehalten werden, um so die Belastung durch den Fluglärm für die Anwohnerinnen und Anwohner zu reduzieren. Gleichzeitig bieten wir Hand für mehrheitsfähige Projekte und sind gesprächsbereit.